• Darmgesundheit

Der Darm des Menschen ist eines der grössten Wunderwerk der Natur. Zu Recht wird er in allen alten Heiltraditionen der Welt als „Zentrum der Gesundheit“ bezeichnet: von der Ayurvedamedizin Indiens über die raditionelle chinesischen Medizin bis hin zu F. X. Mayr und Pfarrer Kneipp in Europa. Modernste klinische Forschungen über Allergien oder chronische Entzündungs-Krankheiten bestätigen seine zentrale Bedeutung für unseren Stoffwechsel.

Der Darm bildet mit 400 – 500 m² unser grösstes Organ, ist aber nur unglaubliche 5 µm dünn. Das entspricht 5/1000 mm oder fünf Millionstel eines Meters. Er besteht aus einer Darmschleimhaut, die wiederum mit allen anderen Schleimhäuten des Körpers in Verbindung steht und dadurch ein Kontaktorgan zur Aussenwelt darstellt.

Aufbau und Funktion der Schleimhaut

Jede Schleimhaut besteht aus einer dichten Reihe von Schleimhautzellen, in die so genannte Becherzellen in regelmässigen Abständen eingegliedert sind. Diese haben die Aufgabe Schleimflüssigkeit zu speichern und kontinuierlich in das Darminnere abzugeben. Dadurch entsteht ein Biofilm, der die Schleimhautzellen schützt und gleichzeitig das Nährmedium für eine unglaublich grosse Zahl verschiedenster Bakterien darstellt, den so genannten Mikrobiota. Der Biofilm bildet das Darmmilieu, seine gute Funktion und Belastbarkeit ist die Grundvoraussetzung für das Wachstum unserer Mikrobiota , denen wir wiederum die Arbeitsfähigkeit unseres Immunsystems verdanken. Diese Vielzahl an gesunden Darmbakterien trainiert unser Immunsystem durch die Bildung so genannter Antikörper, die schädliche Substanzen wie krankmachende Bakterien, Pilze oder Giftstoffe erkennen und der Ausscheidung zu führen.

Aufgaben des Darmes

Grundsätzlich hängen alle Aufgaben des Darmes von einer gesunden Funktion der Darmschleimhaut ab.

  1. Er ernährt uns – Resorption:
    Alle Nährstoffe, die wir für unseren Stoffwechsel brauchen, werden über die Darmschleimhaut aufgenommen. Sie muss also durchlässig genug sein, damit Nährstoffe resorbiert werden können.
  2. Er schützt uns – Immunbalance :
    Unser Immunsystem sitzt zu 80 % an der Darmschleimhaut und wird durch Mikrobiota trainiert.
  3. Er entgiftet uns – Detox:
    Mit dem Stuhlgang werden alle Stoffe ausgeschieden, die entweder selbst zu gross für eine Resorption oder an Antikörper des Immunsystems oder an Transportmoleküle der Leber gebunden sind.

Bedeutung des Darmes für die Gesundheit

Die Darmschleimhaut ist, wie oben bereits erwähnt, ein Kontaktorgan, das uns mit der Aussenwelt verbindet und uns gleichzeitig von ihr trennt.
Somit hat sie zwei Aufgaben, die eigentlich nicht miteinander vereinbar sind. Einerseits muss sie die Vitalstoffaufnahme (=Ernährung) sicherstellen, andererseits die Giftstoffausscheidung (=Entgiftung). Beides muss optimal funktionieren, sonst würden wir im Extremfall verhungern oder uns vergiften. Sie muss also die „Intelligenz“ besitzen, zwischen Aufnahme und Ausscheidung unterscheiden zu können.
Dafür braucht sie eine so genannte Barrierefunktion, die über das Immunsystem geregelt wird, das an der Darmschleimhaut sitzt und äusserst sensibel arbeitet. Das Immunsystem aber wird durch die Darmbakterien trainiert, die ihrerseits wieder von einem guten Darmmilieu am Leben gehalten werden. So schliesst sich der Funktionskreislauf des Darmes.
Die Qualität des Darmmilieus definiert sich über die Vielfalt der Mikrobiotastämme. Deren grosse Bedeutung liegt darin, dass sie neben der Immunbalance auch Botenstoffe produzieren, mit denen sie direkte Auswirkungen auf alle Körperfunktionen haben. Diese Botenstoffe haben hormonähnliche Wirkungen und beeinflussen sowohl unsere Psyche als auch unser vegetatives Nervensystems. Dieses regelt die Basisfunktionen unseres Körpers wie Atmung, Blutdruck, Herzfrequenz und Tag-Schlafrhythmus regelt. Die Intelligenz, die diesem Regelsystem innewohnt, bezeichnet man deshalb mit Recht als “Darmhirn“ oder „Darm-Hirn-Achse“. Darm und Zentralnervensystem stehen somit in direkter Wechselwirkung miteinander.

Diesen Zusammenhang muss man erkennen, um die Bedeutung des Darmes für unser Leben und unsere Gesundheit zu verstehen.
Auch die Gesundheit der Leber hängt unmittelbar von der optimalen Funktion der Darmschleimhaut ab:

  • Die Verdauung unserer Nahrung findet bekanntlich im Darm statt. Je besser sie funktioniert, umso besser ist die Qualität der aufgenommenen Nährstoffe, die in der Leber landen.
  • Die Leber bindet die ausgeschiedenen Stoffe an Transportmoleküle, welche in den Darm hinein abgegeben und mit dem Stuhl ausgeschieden werden.

Eine Verbesserung der Darmfunktion führt immer zu einer Entlastung der Leber.

Erkrankung des Darmes - Erkrankung des gesamten Organismus

Ist der Darm erkrankt, kommt es immer zu einer Störung der Darmschleimhautfunktion, man nennt dies „Leaky Gut“ oder durchlässiger Darm.

Dadurch entgleist die ober erwähnte Balance zwischen Ernährung und Entgiftung; es gelangen zu viele schädliche Substanzen in den Organismus, wodurch das Immunsystem reagiert. Leichtere Beschwerden können sich auf Reizdarmsymptomatik oder Verdauungsprobleme beschränken.
Sind aber grosse Areale der Darmschleimhaut betroffen, kann es zu schwerwiegenden Erkrankungen im gesamten Organismus kommen.

Ein grosses Problem dabei ist, dass solche Krankheitsbilder chronisch werden können und dadurch dem Stoffwechsel dauerhaft Energie entziehen. Dadurch kommt es zu einer Ermüdungssituation in den Körperzellen, der so genannten Mitochondriopathie.

Diese Erkrankung kann sich verselbstständigen und zum Chronischen Erschöpfungssyndrom (Chronic-Fatigue-Syndrom CFS) werden, einem sehr häufigen Krankheitsbild in unserer Gesellschaft, das oft mit Burn out einhergeht. Dauerhafte Abhilfe ist hier nur möglich durch die Wiederherstellung der Schleimhautbalance, parallel zur Behandlung der Mitochondriopathie.

Das Vitaplace Darmkonzept

Eine sinnvolle Regeneration des Darmes hat immer das Ziel die Funktionalität der Schleimhaut wieder herzustellen und dauerhaft zu schützen.
Dieses Ziel kann nicht erreicht werden durch die Gabe von Probiotika alleine.

Aus der Erfahrung hat sich die Vorgehensweise bewährt: „ immer von akut nach chronisch behandeln“

1. Entlastung der akuten Problematik

  • Akute Symptome wie Durchfall, Verstopfung, Entzündungen oder Allergien müssen immer zuerst oder parallel zur Darmsanierung behandelt werden.
    Wichtig ist dabei, dass ein gesunder Stuhlgang mindestens einmal am Tag stattfindet, wobei der Stuhl eine weiche bis mittelfeste, geformte Struktur haben sollte.
    Nur dann entgiftet der Körper regelmässig.
    Die oft zitierte Aussage einmal pro Tag bis einmal in mehreren Tagen sei normal, stimmt nicht!
    Bei trägem Stuhlgang empfehlen wir Einläufe mit dem Irrigator.
  • Die Identifizierung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist ebenfalls eine Voraussetzung für den Erfolg.
    Eine entsprechende Ernährungsumstellung, in Verbindung mit einer Ernährungsberatung sollte immer in ein Darmsanierungskonzept integriert sein.

2. Regeneration des Darmes

  • Die Regeneration der Darmschleimhaut muss langsam erfolgen, sie sollte über ein bis zwei Jahre laufen und darf nicht unterbrochen werden! Da parallel immer eine grosse Entgiftungsreaktion über die Leber und Nieren stattfindet, darf die Kapazität dieser beiden Organe nicht überfordert werden. Weniger ist mehr, je langsamer umso gründlicher!

Das Vitaplace Darmkonzept gliedert sich in drei Phasen

Phase 1 – Sanierung der Darmschleimhaut:

Die Sanierung der Darmschleimhaut ist gleich bedeutend mit der Reparatur des Leaky Gut und dauert etwa zwei Monate.
Sie beginnt mit der Aktivierung der Darmmotilität, wodurch die Becherzellen stimuliert werden und vermehrt Biofilm bilden.
Ausserdem kommt es zu einer Verbesserung des Schleimhautmilieus und einem Aufbau der Besiedelung von so genannten mukonutritiven Leitkeimen, die entzündungshemmend wirken und gleichzeitig den Biofilm stabilisieren.

Phase 2 – Aufbau der Barrierefunktion:

In der zweiten Phase erfolgt die Abdichtung der Schleimhautfunktion durch eine gezielte Ernährung der Schleimhautzellen.
Dadurch kommt es zu einer starken Entgiftungsreaktion, da Schlackenstoffe aus den Zwischenräumen der Darmschleimhaut ausgespült werden, die wieder teilweise in die Leber zurückgelangen und von dort wieder eliminiert werden müssen.
Aus diesem Grund ist, wie oben aufgeführt eine parallel laufende Entgiftung der Leber (und Nieren) zwingend notwendig.
Die Aufbauphase benötigt erfahrungsgemäss weitere zwei Monate.

Phase drei – Pflege und Training des Immunsystems:

In der Phase drei muss der Biofilm, das Darmmilieu und die Schleimhautfunktion geschützt und erhalten werden, um dadurch das Training des Immunsystems durch Probiotika, homöopathische Mittel, Antioxidanzien und pflanzliche Therapeutika möglich zu machen.
Diese Phase dient der Stabilisierung des Gesundheitszustandes und kann je nachdem ein bis zwei Jahre erfordern.
Sie sollte nicht unterbrochen werden, da stabile Therapieerfolge besonders bei starken, chronischen Erkrankungen erst nach längerer Zeit eintreten.

Parallel zur Darmsanierung empfiehlt sich immer eine spezielle Therapie der entsprechenden Symptome zum Beispiel mit homöopathischen Komplexmitteln oder entsprechenden Banerji Protokollen.

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